Das Leben wie es sein soll (oder eben gerade ist)

15Feb2013

Ich war also zurueck in Queenstown, wo ich mich endlich ueber meine laengst faellige Weihnachtspost freuen konnte.

Angesichts meiner bevorstehenden Wanderung war noch das ein oder andere zu besorgen, wie zum Beispiel unzaehlige Muesliriegel und eine Digitalkamera. Apropos - Fotos sind nun wirklich ueberfaellig. Und jetzt, ohne blumige Worte zu verschwenden, ohne gross aufzutragen: Hier komm[en] sie:

Mit einer Haengebruecke fing es an...und mit einer Haengebruecke ging es weiterbishin zu meinem (bisher) absoluten Lieblingstalje schmaler die Bruecke (max 1 Person!) desto mehr Spass beim Huepfenmuede, aber der Aufstieg hatte sich gelohnt...war noch 100mal schoener als das Foto vermuten laesst'Harris Saddle', der (offizielle) Hoehepunktes geht immer noch ein bisschen hoeherbester Rastplatz der Welt!die naechste Huette am 'Lake Mackenzie' kommt in Sichtbitte einmal Kopf verrenken (:Sonnenuntergang am 'Lake Howden'Sonnenaufgang am 'Lake Howden'Fruehstueck auf 'Key Summit': ERSTER!fantastische Sicht auf 'Lake Marian'Leider hat jeder Track auch ein Ende.

Eine kurze Verschnaufpause in - na wo wohl - Queenstown und weiter ging es zum 'Doubtful Sound', der nicht so bekannt, dafuer auch nicht so kommerziel wie der 'Milford Sound' ist.

Welcome to Doubtful SoundWas gibts denn da zu sehen?Aha.dazu muss ich wohl nicht viel sagen... (;Das Buffet!! wird eroeffnet.Mann, war mir danach schlecht...Und zum Abschluss...

Mit einem abschliessenden Steifzug durch den einzigen Fleck in Neuseeland, der ein Nachtleben besitzt, der diesen Namen auch verdient und einem Kater am naechsten Morgen, der definitif sagen wollte: "Es ist Zeit zu gehen.", verliess ich allmaehlich und endgueltig den Sueden.

6 Uhr morgens, irgendwo in Queenstown

Mount Cook: Berg, Gletschersee und Instant Soup

Rangitata: faszinierte Schaafe, zu viel Kaffee, Top Gun und eine Nacht im dritten Stock

Christchurch: eine verdraengte Erkaeltung und ein trauriger Spaziergang durch Garden City

Kaikoura: netter Peninsula Walkway, Robben die nicht immer Robben waren und ein liebenswuerdiges Hostel

Wellington: boese Ueberraschungen, Nostalgie macht sich breit, FREE Chili con carne

Mt CookGletscherseeChristchurchauch bekannt als 'Garden City'Container MallKaikoura Peninsula WalkwayAlbatross BackpackersZurueck in WellingtonNicht wo ich dich zuruckgelassen habe.Ein Embassy ohne Gandalf.Te Papa Cuba MallWaitangi Park

Bevor ich mit dem Norden der Nordinsel weitermachen konnte, ging es fuer eine Nacht zurueck nach Auckland. Es war ein komisches Gefuehl wieder hier zu sein, am Anfang. Die Stadt war die selbe, das Hostel hatte sich nicht veraendert (sogar die Rezeptionisten erkannte ich wieder), aber ich fand mich in einer ganz anderen Simmung wieder. Es waere ja auch traurig, wenn sich in den letzten Monaten rein garnichts getan haette. Andererseits bin ich noch immer ich und ich kann nicht sagen ob, und wenn ja, inwiefern ich mich veraendert habe. Was sich definitif veraendert hat, ist der Speicherplatz auf meiner SD-Karte. Tatsaechlich bin ich froh, dass sich meine Reise dem Ende zuneigt, denn die ganzen verwirrten Anfaenger (iihh.) fand ich ganz und garnicht beneidenswert. Wie auch immer, mein Abend in Auckland waere recht langweilig und faul (was ich nicht schlecht gefunden haette, denn ich hatte eine 12stuendige Busfahrt hinter mir) verlaufen, haette ich nicht meinen Bluebag (eine blaue Kuehltasche, die sich hier jeder Backpacker nach anfaenglichen Protesten zulegt) im Bus vergessen. Nach ein paar Telefonaten und einem scheinbar unendlichen auf und ab auf Queen Street, waren ich und mein Beutel, der mich seit rund 3 Monaten begleitet und ernaehrt, wieder vereint.

Auf dem Weg nach Paihia machten wir Halt, um den rund 800 Jahre alten Kauri Tree zu bestaunen. Viel laesst sich dazu nicht sagen, der Baum war einfach nur verdammt gross. Beim zweiten Stop hatten wir die einmalige Moeglichkeit eine kleine Bootstour durch das Goat Island Marine Reserve zu machen. Der Boden war zum Teil aus Glas, damit ma all die Fische und braunen Algen sehen konnte. Yippie.

Kauri Tree

In Paihia angekommen wurde ich sogleich von Vanessa, einer alten Freundin, die zusammen mit mir und Davina ihre Straytour in Auckland startete und nun schon einige Zeit in Paihia am arbeiten war, in Empfang genommen. Was genau sie monatelang dort festhielt, konnte ich mir anfangs nicht erklaeren. Erst als ich von ihr durch das Hostel 'Seabeds' gefuehrt wurde, kam ich dem Geheimnis naeher. Am spaeten Nachmittag begab ich mich (fast pflichtbewusst) auf den Haruru Falls Walkway. Anfangs unterschied er sich nicht gross von all den anderen Walks, doch die Mangroven zogen mich sogleich in ihren Bann. Der Rueckweg in die Stadt war etwas abenteuerlich, er fuehrte am (teilweise beinahe auf dem) Highway entlang, die Sonne ging langsam unter und abgesehen von vorbeirasenden Autos, waren tote Possums am Stassenrand meine einzigen Begleiter.

MangrovenHaruru Falls Spass auf dem Highway

Der naechste Tag wurde dafuer verwendet Cape Reinga, die Spitzte Neuseelands, zu besuchen. Auf dem Weg dorthin raste der Bus ueber den Ninety Mile Beach. Wie der Name schon vermuten laesst, hatte man das Gefuehl diese Fahrt nehme kein Ende.

 90 Mile BeachCape Reinga

 

Time flies in Dunedin resp. New Edinburgh

24Jan2013

Wie fast alle meiner Plaene, war es ein spontaner nach Dunedin zu reisen. Da es zum einen mal wieder Zeit war zu arbeiten und ich zum andern vorhatte ganze 2 Wochen an der Ostkueste zu verweilen, besorgte ich mir einen Job in einem Hostel. Mit der guten alten "copy&paste" Methode war schnell jedes Hostel in Dunedin von meinem Anliegen informiert. Dem On Top Backpackers passte das ganz gut in den Kram und damit stand der Plan fuer die naechsten beiden Wochen. Die Busfahrt war vergleichsweise teuer, verlief dafuer ruhig, reibungslos und relativ komfortabel.

Queenstown verliess ich im Sonnenschein (ja, Amadeus, warme Sonnenstrahlen brannten auf meinen Flecken Erde Zunge raus), sammelte irgendwo unterwegs Regenwolken ein und brachte sie sicher nach Dunedin, wo es ihnen anscheinend genauso gut gefiel wie mir.

Natuerlich koennte ich jetzt einige informative Ansaetze ueber die wundervolle viktorianische und edwardianische Architektur, die erste und damit logischer Weise aelteste Universitaet Neuseelands (University of Otago), die Entstehungsgeschichte der Stadt und die damit zusammenhaengenden, zahlreichen schottischen Einfluesse verfassen. Aber ein Eintrag auf wikipedia.org existiert bereits, wozu also die Muehe? Viel wichtiger ist, was es mit meinem Dunedin auf sich hat. Mit zwei Jennys kam ich an, die ebenfalls sogleich anfangen wollten zu arbeiten. Es sollte sich rausstellen, dass ich beide nicht recht leiden konnte. English Jenny schnarchte unter mir immer gemuetlich vor sich hin und German Jenny war mir nicht nur wegen ihres grundlosen Dauerlaechelns und ihrer Angewohnheit sich mit mir auf Englisch zu unterhalten suspekt, aber belassen wir es mal dabei. Dann war da noch Nadir (der ewige Woofer, der schon vor meiner Ankunft dort arbeitete und vorraussichtlich auch nach meiner Abreise noch ein paar Wochen dort zu bleiben gedachte.) mit dem ich meist akustische Kommunikationsschwierigkeiten hatte. Sehr aktiv war er selten, aber hartnaeckig mit seiner Bitte, jemand solle ihn zum Strand begleiten. Auch ich kann hartnaeckig sein, im Ablehnen. Das lag nicht unbedingt am baldigen "Master of the Sheets", aber einerseits am Regen, andererseits an der Tatsache, dass mir das als zu langweilig erschien und es nicht auf meiner Sightseeingliste stand. Eine coole Poolpartie konnte man ihm aber kaum abschlagen und da keiner von uns wirklich Billard spielen kann, war es fast wieder lustig. Dazu sollte ich erwaehnen, dass alle Woofer die unter unserem Hostel befindliche Poolbar (The Poolhouse) kostenlos nutzten durften.

Noch hoert sich meine Zeit in Dunedin nicht so prickelnd an, aber an meinem ersten Arbeitstag traf ich morgens in der Kueche (meist der Hotspot oder Meeting Point, zumal es jeden Tag von 7.30-9 am FREE BREAKFAST gab) Nina, die wie ich am Tag zuvor ankam, erstmal ohne Absicht zu arbeiten. Auch beim Abendessen sah man sich wieder, welchem ich ordentlich Pep gegeben habe, indem ich, waehrend wir uns froehlich unterhielten, gelassen eine Prise Curry nach der andern dazugab. Doch ich war tapfer und as meine Nudelsuppe auf ohne Ninas Rat, noch etwas heisses Wasser dazuzugeben, nachzukommen. Meine Zunge und Lippen hab ich nach ein paar Minuten auch schon wieder gespuert. Nach etwas Obikwa und Whittaker's Hokey Pokey fassten wir den Entschluss noch etwas zu unternehmen. Laut Lonely Planet sollte es im Sammy's - eine Bar oder Club etwa 10 Minuten vom Hostel - Live Music geben. Schon nach ein paar Schritten im Freien wurde uns klar, dass Dunedins Nachtleben eher eingeschlafen war. Was haben wir eigentlich erwartet? Ein Dienstag Abend in einer Studenstadt ohne Studenten (Sommerferien...). Dennoch gingen wir weiter frohen Mutes bis zum Sammy's: dunkel und verlassen, wie der Rest der Stadt. In Momenten wie diesen ist es immer gut einen Plan B zu haben, unserer war das Night'n'Day in dem ein Berg von Muffins auf uns wartete.

Die folgenden Tage verschmelzen zu einer wunderbaren Erinnerung an eine Zeit in der Brot (mit Kruste! und Sonnenblumenkernen), Apfel-Zimt-Muffins und White-Choc-Chunk-Cookies bebacken wurden. Nur hier und da unterbrochen von kleinen Sightseeingtouren (wie etwa Baldwin St, die steilste Strasse der Welt) oder Museumsbesuchen. Als eines schoenen Abends dann auch noch Grey's Anatomy kam, wir den Fernseher in Beschlag nahmen und mit Cider und Cookies&Cream Eis auf dem Sofa fletzten, war das Glueck zum greifen nah. Bei der Vorfreude auf unsere Fernsehabende (es gab sogar einen Comedy Wednesday mit The Big Bang Theory) machte sich die Arbeit am Vormittag beinahe von allein.

Drei Tage vor meiner eigenen Abreise musste Nina fahren, da Matt (der eigenartige Hostelbesitzer) der Meinung war, er wuerde sie nicht mehr brauchen. Zum Glueck ist Neuseeland ein Dorf, sonst haette ich nicht auf dem Supermarktparkplatz Davina, eine "alte" Bekannte aus Wellington, wiedergetroffen. Ich schleppte sie zugleich nach Port Chalmers auf einen Lookout Point (auf dem Weg dorthin waeren wir beinahe aus Versehen mit einigen Asiaten auf einem Kreuzfahrtschiff gelandet) und sie ueberredete mich (was nicht allzu schwer war) ins Kino zu gehen.

Dass Sandra, eine Freundin Davinas, die ich auch aus Wellington kenne, mit dem Auto ihrer Au pair-Familie gerade die Ostkueste entlangfaehrt, kam meiner Sightseeingliste sehr gelegen. So bekam ich doch noch die Peninsula (Halbinsel) und Tunnel Beach zu sehen.

Den passenden Abschluss meines Dunedin Aufenthalts bildete eine "Chocolate Tour" durch Cadbury World. Zuallererst bekamen wir einen Film ueber die Entstehungsgeschichte der Schokoladenfabrik zu sehen und nachdem alle ihren Schmuck abgelegt und Haarhaeubchen aufgesetzt hatten, ging es auf eine einstuendige Tour durch die Fabrik. Eine nette aeltere Dame in violetter Latzhose erzaehlte einiges ueber die Herstellung von Cadbury Schokolade und verteilte unterwegs kleine Proben. In der ganzen Fabrik schwebte ein wundervoller Schokoduft durch die Luft, die absolute Kroenung aber war der Wasserfall aus fluessiger Schokolade, in den man am liebsten eingetaucht waere. Leider liess sich kein einziger Oompa Loompa blicken.

Nach einem abschliessenden Streifzug durch die Art Gallery und das morgendliche Dundedin, verliess ich die Stadt schweren Herzens in Richtung Cromwell. Dass es nach Cromwell ging hatte einen guten Grund. ich wollte ein paar Kirschenpfluecker besuchen und zwar nicht irgendwelche, sondern Anna und Moritz, die mit mir im November in Neuseeland ankamen. In Auckland kauften sich die beiden einen Van, der mittlerweile alle seine Seitenspiegel eingebuesst hat, und arbeiten seit einiger Zeit auf einem Cherry Orchard in Cromwell. Meinen ersten Abend verbrachte ich mit meiner Zimmergenossin, wieder eine Jenny (aus Hamburg diesmal und wesentlich sympatischer als die letzten), am idyllischen Lake Dunstan wo wir fast ungewohnte Hitze genossen, die Fuesse ins eiskalte Wasser tauchten und den Sonnenuntergang bewunderten. Fuer den naechsten Tag war ich mit Anna und Moritz verabredet, die mir Cromwell zeigen wollten. Erwies sich als schwerer als gedacht, da ich den Grossteil auf dem Weg zum Supermarkt schon entdeckt hatte und wir alle drei zu faul waren (die Kirschenpfluecker hatten, im Gegensatz zu mir, allen Grund dazu) um mehr zu unternehmen, als gemuetlich am See zu sitzen. Die Picker Pizza Party am Abend war dagegen ein voller Erfolg.

Der naechste Stop - wie sollte es auch anders sein - war wieder einmal Queenstown. Es ist beinahe so als waeren die letzten beiden Wochen nicht mehr gewesen als ein Traum, der mich fuer eine Weile aus Queenstown entfuehrte.

Ab in den Sueden

06Jan2013

Nach Blackball hatte ich eine recht spannende Zeit, aber bedingt durch meine Schreibfaulheit und das Fehlen kostenloser Computer habe ich das bloggen etwas zu lange schleifen lassen. Entschuldigt also die teilweise etwas lieblose Auflistung.

Cool Glacier Exploring, FREE Soup am Abend und Entspannung in den Hot Pools (36, 38 und 40 Grad) @ Franz Josef

Cool Abstecher zu den LSD Waterfalls und Rumgealber auf einer Haengebrucke bei den Blue Pools auf dem Weg nach Wanaka (Queenstowns 'little sister')

LSD Falls

In Wanaka angekommen war ich zu geschafft um eine anstaendige Sightseeing Tour zustande zu bringen und Paul, ein Neuseelaender aus Wellington der Urlaub auf der Suedinsel macht, hat auch auf seine Art dazu beigetragen, dass ich Wanaka ein bisschen ungenuegend abgegrast habe. Nicht was jetzt vielleicht manche denken moegen, ich liess mich nur beschenken mit Dessert & Wein und verabschiedete mich.

Unentschlossen Ein oeder Halt auf dem Weg nach Queenstown bei der A.J. Hackett Bungy Bridge.

Lachend Amuesanter Heiligabend: Merry Christmas feat. Happy Birthday BBQ

Cool Radl Tour entlang des Lake Wakatipu

Eines schoenen Tages, nach einem FREE BREKKIE @ ALTITUDE (eine nette Aucklaenderin schenkte mir am ersten Abend ihre Fruehstuecks Voucher), ging es auf den Queenstown Hill. Awesome.                                                                                               Jeden Samstag vormittag findet in Queenstown am Hafen ein Arts & Crafts- sowie ein Farmers Market statt. Mehr oder weniger eine Miniaturausgabe des Tollwoods. Die Staende wurden einige Male umrundet und da nicht weit auf einer Wiese gerade eine Art gratis 'Wohnzimmer Open Air Gig' (Wohnzimmer, weil die beiden eine Leselampe dabeihatten. Jutta? Vielleicht.) gegebenwurde, machte ich es mir dort bequem.              Am naechsten Tag war der andere Huegel faellig. Skyline Hill mit phantastischer Panoramaaussicht. Der One Mile Creek Track war manchmal etwas schwer zu erkennen und einmal lief ich an ihm vorbei in die unerforschte Wildnis. Aber auch fuer dieses Problem hatte Hermine eine Antwort: Rohre. Einfach den alten verrrosteten Wasserrohren folgen, die mich wunderbar durch den Dschungel fuehrten.

Der Silvesterabend begann mit (meiner Meinung nach zu komplizierten) Trinkspielen. Die Regeln wurden jedoch mit jeder verstrichenen Stunde bzw geleerten Flasche einfacher. Die richtige Party (Konzerte, Countdown etc. wtf?!) haben wir allerdings verpasst. Regen, Wind, Kaelte, Faulheit und ein kuschliges Hostel hielten uns vom Hotspot fern. Dafuer konnten wir von oben das Feuerwerk trocken und aus sicherer Entfernung geniessen. Gegen halb eins ging es dann doch noch auf die New Years Eve Party im Altitude.

Das Weltuntergangswetter hielt sich die folgenden beiden Tage recht gut. Ich hab mich perfekt an gegebene Umstaende angepasst und dementsprechend wenig unternommen. Schlechtes Gewissen? Nein. Alle (fuer mich machbaren)Huegel sind bestiegen worden und mein Hostel hatte 24h kostenloses WiFi.

Am 3. Januar ging die Reise weiter nach Te Anau (langweilig). Von dort weiter nach Milford Sound (atemberaubend) und schliesslich nach Gunn's Camp (sterbenslangweilig). Der naechste Overnight Stop sollte besser werden: Invercargill.                                                                                                                       Ich glaube ich neige dazu gerade die Orte auf Anhieb zu moegen, die alle anderen eher uninteressant finden. Vielleicht kommt da einfach nur die Anti-Mitlaeufer-Mentalitaet* in mir zum Vorschein, aber ich fand Invercargill recht charmant. Geisterstadt, kein Alkohol im Supermarkt, eher mittelmaessige Parkanlagen, ab 5 Uhr nachmittags geschlossene Geschaefte, aber (klein und unscheinbar) der suedlichste Starbucks auf Erden. Nachdem meine Hueften um einen zuckersuessen White Chocolate Mocha reicher waren, ging es zum Waipapa Point. Eine dreiviertel Stunde oestlich von 'Invergiggles' (wie Jugs, der Busfahrer der mich bisher am meinsten auf die Palme gebracht hat, gern zu sagen pflegt) an dem wir hofften ein paar Seeloewen zu begegnen. Die Biester hatten hatten anscheinend andere Plaene.

Als waeren die letzten Tage nie gewesen fand ich mich letztendlich wieder in Queenstown wieder. Der Sunshine Bay Walk war eine einstuendige Zeitverschwendung, der Fergburger (ein must-do, oder sollte ich eher sagen ein must-eat, in Queenstown) dagegen eine Offenbarung und "eine echt gute Investition". Das soll schon was heissen, denn es kommt von jemandem, der normalerweise fuer Burger nicht viel uebrig hat.

* siehe auch Blackball, ich war die Einzige, die liebendgerne laenger in dem verschlafenen Oertchen verweilt waere und den Aufenthalt dort nicht fuer verschendet hielt.                                                                

 

Ein Koenigreich fuer ein Lama (und Huehner)

19Dez2012

Nach einer Nacht auf Old MacDonald's Farm (ee-eye ee-eye oh), die nur ein paar Gehminuten vom Eingang des Abel Tasman National Parks entfernt liegt, machte ich mich auf den Weg. Und zwar ohne $10 "Eintritt" zu bezahlen. Lachend

Die Sonne war schon aufgegangen, aber auf dem Weg ueber die Bruecke, hin zum Coast Track, bot sich mir noch immer ein wundervoller Anblick: Das Meer, der scheinbar endlose goldene Strand und die gruenbewachsenen Berge des Nationalparks. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Das muss man selbst sehen.

Der Wegweiser meinte, bis zur Anchorage Hut (der ersten Huette in der man normalerweise uebernachtet, macht man den 5-Tage-Trip vom Sueden hoch in den Norden des Parks) waeren es 3 h 45 min. Hab nur 3 h gebraucht, incl. Fotopausen und ein paar Minuten, die ich verloren habe,als ich eine Vogelfamilie verfolgt habe Cool. Ahh - apropos Voegel. Am Eingang des Tracks lag ein nahezu bewegungsunfaehiger Spatz, der vermutlich gegen eine Scheibe geflogen ist, nur geradeaus gestarrt und ab und zu mit dem Schnabel seinen rechten Fluegel angestupst hat. Ich konnte rein garnichts tun, was mir beinahe den Tag versaut hat. Auf dem Rueckweg wollte mich eine Eule (oder Uhu? Jedenfalls war es ein recht kleines Exemplar) angreifen, doch sie hat gerade noch rechtzeitig gemerkt, dass ich zu gross bin um als Nachmittagssnack herzuhalten, ist an mir vorbeigesaust und hat mich von einem Ast (boese!) beobachtet. Die Steine, die ich in ihre Richtung geworfen habe, liessen das Mistvieh relativ unbeeindruckt. An alle Tierschuetzer da draussen: wollte sie nicht treffen, nur aergern.

tatsaechlich erinnerte mich das kleine Ding ein bisschen an Pigwidgeon

Nach einem fast 7 Stunden langen auf und ab kam ich wieder auf die "Farm", wo es nach einem himmlischen Duscherlebnis sogleich ins Bett ging. Leider ging es am naechsten Morgen viel zu frueh zzzz weiter ueber Cape Foulwind (trotz Nebel Robben gesichtet) und Punakaiki (warum man diese Felsen 'Pancake Rocks' nennt ist mir nicht ganz klar) nach Blackball. Hier stieg ich im Formerly the Blackball Hilton ab und irgendjemand hat meine bisher verdraengten Wuensche erhoert. Ich hatte ein Doppelzimmer mit einem ultra bequemen Bett, 5 Kissen, 2 Spiegeln, blauen Waenden und blauem Morgenmantel ganz fuer mich allein. Dieser Luxus gehoert fuer Backpacker verboten, wie soll man sich nach so einer Nacht in einem 8 Bed Dorm je wieder wohl fuehlen?! Warum der Zimmerschluessel an einem Suppenloeffel hing, war mir zwar schleierhaft, aber scheissegal.

 

Von Hobbits und Toiletten

15Dez2012

Es folgt lediglich ein kurzer Rueckblick auf die letzten zwei Wochen, denn angesichts der fast paradisischen Ankunft auf der Suedinsel, verblasst die Erinnerung und die Lust etwas ueber meine letzten Tage in Wellington zu berichten. Doch ich muss fairer Weise sagen, dass sie sehr schoen waren und der Abschied fiel schwer. (Nicht vom BASE - ohh nein, ganz bestimmt nicht!) Der Charme der Hauptstadt hat mich jeden Tag aufs Neue verzaubert.

Von der heiss ersehnten 'Lord of the Rings - Movie Tour' war ich - denkt man an den Preis - etwas enttaeuscht. Ich bereue sie trotzdem nicht, weil man Orte gesehen und Hintergrundinformationen erfahren hat, die man allein nicht entdeckt haette.

Nach der Premiere liess sich ganz ganz langsam hier und da erkennen, dass Weihnachten vor der Tuer steht. Zwar wurde bei weitem nicht so ein grosser Aufwand betrieben wie fuer den Hobbit, aber eine 'Santa Parade' mit anschliessender 'Christmas Party' und ein Weihnachtsmarkt im Untergrund waren immerhin drin. Ein weihnachtliches Gefuehl kam trotz allem erst bei meinem BATS-Besuch ueber mich. Mein erstes Stueck hatte mich zwar bereits begeistert, doch das Doomsday Christmas Sing Along hat mich vollends ueberzeugt. Gutes Gefuehl auch hier ein "Theaterzuhause" gefunden zu haben.

~ Christmas is all around me, and so the feeling grows.. and if you really love Christmas, come on and let it snow ~

Um das Sieghtseeing nicht zu kurz kommen zu lassen, habe ich mich dazu durchgerungen mit dem beruehmten Cable Car hoch in den Botanischen Garten zu fahren. Die Fahrt selbst war laecherlich: $ 3.50 fuer eine Fahrt, die nicht mal lang genug war um eine Postkarte zu schreiben. Ganz anders der Garten. Ein Traum. Besonders wurde mir der Rosengarten ans Herz gelegt,aber ganz ehrlich, der ist ganz unten auf meiner Botanic-Garden-Top-Spot-List. Viel beeindruckender waren die Bush Walks und das Vogelgezwitscher, das mich im ersten Moment mehr an R2D2 hat denken lassen als an ein Tier.

Ebenfalls atemberaubend war mein Abstecher auf den Mount Victoria. Angefangen bei einer Treppe, die immer provisorischer wurde und irgendwann kaum mehr zu erkennen war und schliesslich auf eine Wiese fuehrte von der man schon einen irren Ausblick hatte, fuehrte der Weg weiter durch den Wald nach oben. Der Mt Victoria Lookout mit seiner 360 Grad Sicht auf Wellington ist nicht zu beschreiben. Ich sass dort eine gute halbe Stunde auf (m)einem Stein und hab meinen Blick schweifen lassen bis.. ein kleiner schreiender Junge kam. Hier war die Verstaendnislosigkeit bisher am intensivsten, dass ich das alles allein geniessen muss. Minimal geschmaelert wird meine Begeisterung hier nur dadurch, dass ich es niemandem zeigen/mit niemandem teilen kann. Jedes Mal denke ich nur Fuck. Warum wollte keiner mitkommen?!

Meinen ersten Job hab ich nun auch hinter mir, aber laenger als das Minimum (2 Wochen) haette ich nicht im BASE arbeiten wollen. Die Basement Bar, die mich immer zuverlaessig am schlafen hinderte, hab ich nur 2mal besucht. Und zwar um die Toiletten wieder bewohnbar zu machen. Am besten hat mir komischer Weise die Nachtschicht gefallen. Von 10 Uhr abends bis 2 Uhr in der Frueh auf eigene Faust Kueche und Aufenthaltsraum in Schuss halten (oder eher bringen). Nie war die Kueche ansehnlicher und nie wieder wird man sie so reinlich sehen wie in der nacht des 7. Dezembers. Gern geschehen. Die anderen Schichten waren auch nicht uebermaessig anstrengend. Vielleicht das Toiletteam mal ausgenommen, die hatten es schon das eine oder andere Mal recht schwer. Zum Beispiel wenn jemand es nach zu vielen Drinks nicht mehr ueber die Kloschuessel geschafft hatte oder der benebelte/geistlose Verstand die Spuelung nicht finden wollte.

Der perfekte Abschluss war ohne Frage The Hobbit im Embassy Theatre. Die Sitze lieferten das Wohnzimmer- (bzw. heimische Keller-) feeling und der Film hat einfach verzaubert und fuer zu kurze Zeit auf Wolke 7 schweben lassen. Obwohl er brandneu ist, kam er mir bereits nach den ersten Minuten, nein Sekunden so unglaublich vertraut vor. Viele  behaupten der Hobbit wuerde Herr der Ringe in den Schatten stellen. Hmm. Ich weiss nicht, ob ich soo weit gehen wuerde, aber eins ist klar: P. Jackson & Co haben sich wieder einmal selbst uebertroffen. (Abspann bitte unbedingt antun.)

Mit einem 20minuetigen Weg vom Hostel zur Faehre um 6 Uhr morgens, hab ich einmal Geld fuer das Busticket gespart, einen letzten Blick auf Wellington werfen und mich verabschieden koennen. Auf der 3 1/2 stuendigen Ueberfahrt hab ich noch ein bisschen Schlaf abbekommen (begleitet von eigenartigen Traumen, aber gut) und kam schliesslich in PICTON an. Kaum hatte ich das Atlantis Backpackers betreten, da war ich schon traurig, dass ich in 2 Tagen wieder fahre. Eine liebenswuerdige aeltere Dame empfing mich (nachdem sie ihre Zaehne wiedergefunden hatte) und fuehrte mich durch die verschiedenen Raeume in denen ich mich sofort wohl fuehlte. Es gibt einen Weihnachtsbaum, FREE tea & coffee, FREE breakfast & dessert (immer ab 7 pm), einen Movie Room mit viiielen Filmen und mein Bett hat Vorhaenge!! Alles in allem kuschelig und kunterbunt und ich <3 es. Also wenn Picton, dann 'Atlantis Backpackers'. Man koennte hier viel mehr Zeit verbringen, aber ich hab zumindest genug um ein paar Walking Tracks zu machen und die Fuesse ins Meer zu tauchen.

In a hole in the ground...

02Dez2012

Wahrscheinlich ist es allmaehlich an der Zeit etwas ueber den Hobbit zu erzaehlen. Vorher muss ich allerdings gestehen das Embassy entweiht zu haben, indem  ich mir dort 'Breaking Dawn', trotz aller schlechter Kritik und boeser Vorahnung, angesehen habe. Doch ich habe mich nicht allein durch den vermutlich schlechtetsten Film des Jahres gequaelt. Dass ich Frederico (ein Italiener aus der Naehe von Venedig, dem ich hier staendig ueber den Weg laufe) dazu gebracht habe seinen ersten und sicherlich letzten Twilight-Film zu durchleben, werde ich mir forever. vorhalten. Aber mich trifft nicht die ganze Schuld. Es liefen nur noch zwei Filme und die neuseelaendische $1 Muenze sollte entscheiden. Abgesehen von den unsaeglichen Schmerzen, die wir unseren Augen, Ohren und Gehirnen antaten, haben wir zumindest die wundervolle Atmosphaere eines einzigartigen Kinos bewundern duerfen.

Aber bevor ich abschweife... Die vier Tage vor dem grossen Tag startete im Waitangi Park der 'The Hobbit Artisan Market'. Meine Freude war gross, aber im Prinzip war es nicht mehr als ein klitzekleiner Mittelaltermarkt, der haessliche unnuetze Figuren, Steine und ueberteuerte graue Maentel zu bieten hatte. Der totale Abschuss war der 'Bavarian Style' - Bratwurststand. Also wirklich. Brüllend

  

Eine weitaus bessere Idee war das 3-taegige Public Viewing. Von Sonntag bis Dienstag wurde abends je ein Teil von Lord of the Rings gezeigt. Die Gefaehrten waren noch ein recht verfrorenes Vergnuegen. Fuer die zwei Tuerme hatte ich dazugelernt: mein Schlafsack war an diesem Abend ein willkommener Gefaehrte. Noch besser verlief die Rueckkehr des Koenigs: wieder im Schlafsack eingemummelt wie eine Raupe, aber diesmal mit Muffins und Kiwis (die Schale darf mitgegessen werden! Überrascht Ist doch faszinierend.)

Der Rueckweg zum Hostel war immer besonders schoen, er wurde begleitet von der ergreifensten Abspannmelodie, die durch das Zentrum Wellingtons droehnte.

Fuer drei Naechte hatte ich das Vergnuegen ins YHA zu ziehen (das wahrscheinlich luxerioeste und teuerste Hostel hier, aber waehrend der Hobbitwoche war man einfach froh ein Bett abbekommen zu haben). Auf den ersten Blick also ein Jackpot. Doch in der Nacht vor der Premiere hab ich ohnehin kaum ein Auge zubekommen und ein schnarchender Chinese und drei oder vier Schulklassen haben meine erhoffte Ruhe in beiden folgenden Naechten dann auch gestoert.

Ich war dabei, als in der Nacht der 600m (!) lange rote Teppich ausgerollt, die Zaeune und die Buehne aufgebaut wurden und konnte schliesslich einen Platz in erster Reihe ergattern. Trotzdem war ich an dem Tag vom Pech verfolgt. Mein Problem ist einfach, dass ich micht partout nicht mit Leuten anfreunden kann, die ich nicht leiden kann. Haette ich mich (nur fuer einen Tag) an den komischen, nervigen Schweden (in Jeans und gleichfarbiger Jeansjacke. Ach komm, das geht einfach nicht.) rangehaengt, haette ich wesentlich viel mehr erlebt. Der blonde, grosse Glueckspilz war - anders als ich - immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Schwamm drueber, ein paar Autogramme, Fotos und ein Zwergengespraech waren immerhin drin.

Meine erste Jobsuche war relativ erfolglos. Auf meinen Streifzuegen durch die Stadt (Huegel hoch, Huegel runter..) hab ich so gut wie jedes Hostel abgeklappert und nach WFA (= work for accomodation, eigentlich die einzige Moeglichkeit fuer kurze Zeit bisschen Geld zu sparen) gefragt. Nur das BASE Backpackers hatte eine Stelle fuer mich. Zwar grenzt der Job an Ausbeutung (5 Tage die Woche, 4 h/Tag), aber die naechsten zwei Wochen residiere ich gratis in Welly. Ausserdem ist die Arbeit recht entspannt. Letztens haben wir mehr Zeit mit knabbern als mit saubermachen verbracht. Warum lassen die Leute ihre Kekse im Hostel, wenn sie weiterreisen? Das ist ja nett und aeusserst ruecksichtsvoll (aus Sicht des Hostelpersonals), aber absolut daemlich.

Welcome to 'Windy Welly'

24Nov2012

Nach der siebenstuendigen Busfahrt (mit Ray, einem Witze erzaehlenden Busfahrer, der sich mit den Worten "Thank you for travelling naked." verabschiedete) wurde ich mit einem phaenomenalen Anblick belohnt:

Sowohl mein derzeitiges BASE als auch mein zukuenftiges YHA Hostel befinden sich genau gegenueber der Mitte von Middle of Middle Earth. Keine allzu schlechten Aussichten also, einen Blick auf ein paar Zwerge oder sogar Hobbits (Elija Wood!!) erhaschen zu koennen. Das Kino selbst wurde von mir natuerlich bereits in Augenschein genommen und fuer angemessen befunden. Wellington selbst beginnt sich ebenfalls schon fuer den grossen Tag in Schale zu werfen. Hier sind es Zwerge, die am Postgebaeude entlangwandern, dort Fahnen und Wimpel, die jede Strasse saeumen, Plakate in fast jedem Restaurant, Geschaeft oder Pub.. und Starbucks hat sich was ganz feines ausgedacht.

  ...

Das Wetter wird zwar besser, aber den Spitznamen Windy Welly hat sich die Hauptstadt wirklich mehr als verdient. Hier bleibt einem buchstaeblich die Luft weg.

   

Es ist nicht leicht das Volkstheater ausser Reichweite zu haben. Doch wie ich letztens fuer eine wundervolle Stunde lang (oder eher kurz) erleben durfte, hat das BATS Theatre in Wellington auch einiges zu bieten. Selbstmurmelnd kann und soll nichts auf der Welt das VT je ersetzten - Hobbit bewahre. Doch dieser Abend war besonders und hat unbeschreiblich gut getan. Der Titel The Wishing Tree laesst schon Magisches erwarten. Angefangen bei der Atmosphaere, die das schon aeltere, etwas heruntergekommene (positiv zu verstehen!) Gebaeude versprueht. Sehr kuenstlerisch, klein und einfach zum Liebhaben. Zusammen mit meiner Karte (Schuelerpreis $14 -> geteilt durch 1,6 sind das 8,75 EUR, also fast der Preis einer Schuelerkarte im VT) bekam ich einen Zettel auf dem "I Wish..." geschrieben stand. Jeder hatte die Moeglichkeit - oder vielmehr das Privileg - einen persoenlichen Wunsch aufzuschreiben und diesen dann an das Baemchen zu binden, der am Eingang stand.

Die neun Schauspieler pflueckten zu Beginn Wuensche, die anschliessend eine Stunde lang abwechselnd und durcheinander improvisiert wurden. Man musste Glueck haben, nicht jeder Wunsch wurde gepflueckt. Ich hatte Glueck. Cool

Sobald ein Wunsch zu Ende gespielt wurde, wurde der Zettel von einem Schauspieler feierlich zerrissen. Meine Wunschfetzen hab ich beim Rausgehen tuerlich alle mitgehen lassen. Ueberraschend neu fuer mich war, dass das Publikum schon bevor auch nur irgendwas geschah lauthals zu applaudieren und zu jubeln  anfing. Auch Zwischendrin wurde viel gelacht, geklatscht, gewoohht und Bier bzw. Wein getrunken.

Die Wuensche, die dargestellt wurden, waren angenehm vielseitig... I wish I'd be a pirate princess, I wish telepathy would really work, I wish I could spend Christmas Eve in the emergency ward of a hospital (because it's so exciting). Was ich mir gewuenscht hab? Mein Wunsch hat dem Stueck jedenfalls einen klassischen Hauch verpasst, wenn auch auf eine humorvolle Art und Weise. (Ein Darsteller hat versucht sein iPhone als Souffleur zu benutzten, doch seine Schauspielkollegen haben ihm diese illegale Stuetze bald entrissen.)

Erwartungen eindeutig uebertroffen.

A stinky tiny town

18Nov2012

Zwar hatte ich mich auf gruene Huegel gefreut, aber die Einoede ist auf Dauer wohl doch nichts fuer mich. Rotorua ist auch eher eine Kleinstadt (was anderes gibt es hier unten genau genommen garnicht), aber im Vergleich zu den letzten Orten ein richtiger Hotspot. Wobei auch hier an einem Samstag Abend ab 5 pm kaum mehr Menschen/Autos auf den Strassen sind und gegen 8 pm werden die Buergersteige komplett hochgeklappt. Meinen ersten Tag in Rotorua hab ich vor allem in meinem kleinen Hostel Cactus Jacks Backpackers verbracht. Trotz des mexikanischen Flairs (Kakteen, Somreros...) bekommt man die deutsche Invasion Neuseelands hier wie ueberall zu spueren. James Dean im Poolroom macht das aber wieder wett. Zunge raus

 Cactus Jack     

Heute war ich schon bei weitem aktiver. Mein morgendlicher Spaziergang fuehrte mich vom Free WiFi Hotspot in geothermales Gebiet, in dem mich so manche Stelle an Lord of the Rings hat denken lassen. Wie beispielsweise das Buschwerk von dem aus Frodo und Sam versteckt die Olifanten beobachten und kurz darauf von Faramir (Boromirs Bruder) gefangen genommen werden. Oder natuerlich das Moor, durch welches die beiden Hobbits von Gollum auf ihrem Weg nach Mordor gefuehrt werden.

WiFi Hotspot   

Meine zweite Erkundungstour fuehrte mich am Hafen des Lake Rotorua entlang und durch den Kuirau Park, in dem es von kleinen stinkenden Loechern bis hin zu grossen mueffelnden und blubbernden Teichen nur so wimmelte.

Hier eine kleine Legende wie der Kuirau Lake angeblich entstanden sein soll. (Ich bin mal so frei und faul und uebersetzte sie nicht. Zunge raus)

nicht so leicht, blubberndes Wasser zu fotografieren

Eigentlich sollte mich meine Tour hauptsaechlich ins Rotorua Museum fuehren, aber da hat mir ein Ort mit groesster WiFi-Anziehungskraft einen Strich durch die Rechnung gemacht. Es hatte bereits geschlossen als ich ich ankam. Naja, allein die Aussenansicht war der kleine Abstecher schon wert.

Rotorua Museum

So... Damit war Rotorua zufriedenstellend ausgekunschaftet. The journey must go on.

On the road

17Nov2012

Auf regelmaessige Blogeintraege darf man bei mir wohl eher nicht hoffen, aber ich versuche den Blog hier und da mal etwas aus dem Sumpf der halb vergessenen Vergangenheit zu ziehen und euch ueber die wesentlichen Aktivitaeten meiner Person auf dem laufenden zu halten.

Fuer meine vierte Nacht in Auckland musste ich vom YHA International ins YHA City umziehen (wer beim Hostel buchen die wunderbare Faehigkeit des Lesens anwendet, kann sich solche Umstaende sparen). Aber warum gibt es auch zwei YHA in einer Stadt und sogar fast in der gleichen Strasse? Ja, weit weg war der Weg wirklich nicht. Nur die Stasse hoch. Hoch ist hierbei wortlich zu nehmen. Beim Erklimmen der Liverpool St muss ich ausgesehen haben wie eine Schildkroete, die versucht nicht rueckwaerts den Huegel wieder runterzukullern um dann mit in der Luft zappelnden Beinchen dazuliegen. Nicht nur wegen der Lage hat mir das andere YHA weit besser gefallen, also hab ich mich zum Essen noch ein paar Male dort eingeschlichen. Fuer die letzte Nacht in Neuseelands groesster Stadt bin ich sogar wieder dorthin gezogen. So hab ich mir den Huegel ein paar mal gespart.

Zu guter letzt gabs noch einen Free Day Trip durch Auckland mit dem Stray Bus. Bin auf der Harbour Bridge rumgeklettert, beim BungyJumping zugesehen, mir den Skytower aus der Naehe angesehen (und schraeg geegenueber ein Denny's entdeckt), in einem Pub beim free beer tasting Cider fuer mich entdeckt (Miri, jetzt weiss ich warum ihr das dort oben staendig trinkt! :P) und noch so einiges von Auckland gesehen. Ein schoener Abschluss, aber das war dann auch genug. Es musste weitergehen. Und das tat es auch. Mit dem Bus.

Am Mittwoch den 14. November ging es schliesslich los. Um 8 Uhr wurde ich am Hostel aufgelesen und dann ging es ueber Thames (Supermarkt Stop fuers BBQ) und Hot Water Beach (natuerliche heisse Quellen im Boden erhitzen das Meerwasser sodass man sich leicht am Strand seine eigene dampfende Badewanne basteln kann: "Bring a spade, dig a hole and voila, you've got a personal spa pool." - Lonely Planet) nach Hahei. Wer die Chroniken von Narnia gesehen hat, dem kommt der Strand in Hahei merkwuerdig bekannt vor. Ansonsten war Hahei recht langweilig und verschlafen, was wahrscheinlich ein Grund fuer das abendliche BBQ war.

Am naechsten Morgen ging es frueh weiter durch Hamilton (Kaff!) nach Raglan, einem kleinen Surferoertchen an der Westkueste. Was die Unterkuenfte bisher angeht, steht Raglans Sleeping Lady Backpackers Hostel bisher auf Platz 1. Auf einem Berg, von Gruen (und des Nachts von Gluehwuermchen) umgeben, mit fast gartenhafter Atmosphaere (!). Da das Wetter allerdings nicht so richtig mitgespielt hat, sassen wir vor allem vor'm (Breitbild-)Fernseher Cool. Das Filmeregal hatte ja auch einig zu bieten. Zuerst lief Hannibal und zum entspannen haben wir uns hinterher fuer Toy Story entschieden.

Und UEBERALL Deutsche. Man fliegt ans andere Ende der Welt und ganz Deutschland kommt mit. Ein Deutscher war aber in Raglan genau zur rechten Zeit am rechten Ort. Ein gelernter Koch, der dort in der Hostelkueche Cookies (zum sterben gut), Pizza und (echtes!!) Brot baeckt und seine Ware dann an die Backpacker verkauft.

Von Raglan fuhren wir weiter zu den Waitomo Caves, wo man sich fuer unverschaemt viel Geld in eine Gluehwuermchenhoehle abseilen lassen kann. Oder fuer die Abenteurer naturlich Black Water Rafting. Nachdem sich Sparrow (hat Angst vor Voegeln), die Busfahrerin, ein wenig verfahren hat (es war ihre erste offizielle Tour) kamen wir abends endlich in Maketu an. Hier bekamen wir einen kleinen Einblick in die Kultur der Maori. Nach einer Nacht im Wharenui (Gemeinschaftshaus eines Maoristammes) landete ich schliesslich in Rotorua. Mein erster "Hop Off".

  Uncle Boy vernebelte Sparrow

"To infinity and beyond."

Short Cuts

11Nov2012

Es war ein sonniger Samstag den ich spontan auf Waiheke Island verbracht habe. Mit Lisa und Lena bin ich die Queen St zum Hafen runter und von dort mit der Faehre ca. 40 Minuten auf eine Insel oestlich von Auckland. Auf der Faehre hab zufallig Katharina, eine Deutsche, die hier in NZ Freiwilligenarbeit macht, getroffen. Verrueckt, dass man am anderen Ende der Welt ist und ueberall Deutsche trifft. Aber ich denke das aendert sich sobald man aus der Grossstadt heraus ist.

In einer Hinsicht wurde ich bei meiner Ankunft in Auckland ein wenig enttaeuscht. Wo ist das gruene Neuseeland? Weit und breit Hochhaeuser, keine gruenen Huegel. Daher war ich so froh als die Faehre sich Waiheke Island naeherte. Gruene Huegel! Lachend

Auf der Insel angekommen musste ich mich von meinen Begleiterinnen trennen, da ich mich gegen das Tages-Busticket entschieden hab und mich lieber zu Fuss auf der Insel bewegen wollte. Vom Hafen bis in das nahegelegene Dorf Oneroa waren es hoechstens 20 Minuten.

Ich bin wahrscheinlich auch ein bisschen merkwuerdig. Die Insel besteht praktisch nur aus traumhaften Straenden und wohin verschlaegt es mich bei strahlendem Sonnenschein? Waiheke Library and Artworks Complex', denn Waiheke ist nicht nur fuer ihre Badestraende und Weinberge bekannt, auch die kuenstlerische Fasade ist bemerkenswert. Leider war fotografieren verboten, denn ich habe mich nicht nur in faszinierende Gemaelde, auch in putzig-bunte Huehnerskulpturen verguckt. Ausserdem war die Kunstaustellung gratis. OK, Strand und Meer auch, aber da waer ich nass geworden.. und sandig.

Das Wasser hatte dann doch so seine Anziehungskraft und bald war meine Abenteuerlust geweckt. Recht schnell bin ich von der Hauptstrasse, die durch Oneroa fuehrt, runter an die Oneroa Bay. Ich begstieg Felsen (es war gearde Ebbe) und begab mich auf meine erste Klettertour. Die Aussicht auf der Landzunge (nicht sicher ob das der geologisch korrekte Begriff ist, aber man weiss was gemeint ist), rechts die Sandy Bay, links die Oneroa Bay und vor mir das Meer.

 

Nachdem ich ohne wirkliches Ziel durch die Gegend geschlendert bin, wollte ich mich langsam Richtung Faehre begeben, aber ohne den selben Weg zuruecktrotten zu muessen. Da kam einer der 'Tramping Tracks' (Trampelpfade die ueberall auf der Insel verstreut sind) wie gerufen.

Eigentlich dachte ich damit eine Abkuerzung zu machen um langsam wieder Richtung Matiatia Bay (von dort faehrt die Faehre nach Auckland) zu kommen. Weit gefehlt...

Er fing ganz harmlos an und von Zaeunen und Warnschildern liess ich mich auch nicht daran hindern getrost weiterzustapfen. Niemand sonst weit und breit.

Der Weg fuehrte anfangs noch ueber idyllische Weidefelder, irgendwann jedoch fand ich mich im tiefsten Urwald wieder. Der Track war zum Glueck immer gut zu erkennen und durch Holzmarkierungen gekennzeichnet. Bald fingen die Selbstgespraeche an - war ja keiner da. Wie oft ich krasser Scheiss vor mich hingesagt habe weiss ich nicht mehr.

Obwohl ich kaum Zweifel hatte, war ich froh ueber das Licht am Ende des Dschungels und bekam (zur Belohnung?) mein erstes Kiwi-Schaf zu Gesicht.

Aber hey! Damit war die Reise noch nicht am Ende. Zwar kam ich wieder auf eine befahrbare Strasse, wo ich mich genau befand war mir noch unklar. Gluecklicher Weise brachte ich das naechste vorbeifahrende Auto zum halten und die Insassen zum lachen, als ich mit fragendem Blick auf die Karte wissen wollte: "Where exactly am I ?"

Es stellte sich heraus, dass der Trampelpfad nicht gerade die Abkuerzung war, die ich im Sinn hatte, aber er war es definitiv wert. Schon allein wegen der Schafe, die am Ende auf mich warteten.

 

 

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